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Für den Fall der Fälle: Umweltakademie Fresenius informiert über "Notfall- und Krisenmanagement"

Notfall- und Krisenmanagement

Brände, Störungen der Produktionsabläufe oder Unfälle: Unvorhergesehene Ereignisse können niemals vollständig ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sollten Unternehmen mit einer betrieblichen Notfallplanung vorsorgen. Informationen zu diesem und weiteren Themen aus dem Bereich „Notfall- und Krisenmanagement“ vermittelte die Umweltakademie Fresenius am 25. und 26. Februar 2015 im Rahmen eines Intensivseminars.

Eine betriebliche Notfallplanung hilft Unternehmen dabei, schwierige Situationen im Griff zu behalten und von vornherein richtig zu handeln. Eine solche beinhaltet sowohl Elemente der vorausschauenden Planung als auch des Managements im Krisenfall. Die Komponente der Planung muss dabei sicherstellen, dass Sofortmaßnahmen zur effektiven Bewältigung von kritischen Ereignissen schnellstmöglich ergriffen werden können, erklärte Hubert Marder (eh. StUA/Bezirksregierung Köln). Die Planung kümmert sich somit um den Handlungsbedarf. Der Bereich Notfallmanagement soll dagegen einen systematischen Umgang in der Notfallsituation und die Entscheidungsfähigkeit der verantwortlichen Personen gewährleisten. Die „Bausteine“ einer solchen betrieblichen Notfallplanung seien dabei weitgehend branchenunabhängig, so Marder.

Organisationsverantwortung ist Chefsache

Jeder Arbeitgeber/Unternehmer kann selbst und auf den jeweiligen Standort bezogen vorgeben, welche Schutzziele und Zielvorgaben genau gelten. Ebenso obliegt ihm zu definieren, wie die Vorgaben erreicht werden sollen, welche fachlichen und personellen Anforderungen notwendig und wie die Zuständigkeiten verteilt sind und welche Ressourcen und Mittel eingesetzt werden können. Die konkrete Planung kann er dabei wahlweise selbst übernehmen, einem qualifizierten Mitarbeiter bzw. Team überlassen oder auf externe Berater zurückgreifen. Für den Standort eines jeden Betriebs müssen verschiedene Schutzgüter bestimmt werden. Im Wesentlichen gibt es dabei drei Gruppen von Schutzgütern, die berücksichtigt werden müssen: das Schutzgut Mensch, die Umwelt sowie der Betrieb als solcher. Dabei ist beispielsweise in der Schutzgruppe Mensch nicht nur an die eigenen Arbeitnehmer und etwaiges Fremdpersonal, sondern auch an die Nachbarschaft und die Allgemeinheit zu denken. Experte Marder betonte, dass es vor allen Dingen auf klare Vorgaben bei der Definition der Schutzziele eines Standorts ankomme. Dies sei nicht nur für den Schutz von Mensch und Umwelt wichtig, sondern vermeide auch wirtschaftliche Schäden und nachteilige rechtliche Konsequenzen für das Unternehmen. Darüber hinaus würden auch betriebliche Funktionen und Infrastrukturen geschützt und ein Image-bzw. Akzeptanzverlust für den Standort vermieden.

Prävention – Intervention – Postvention

Die betriebliche Notfallplanung besteht aus der Bearbeitung eines Regelkreises, der drei verschiedene Abschnitte beinhaltet: Prävention, Intervention und Postvention. Die Prävention im Rahmen der Notfallplanung sieht eine systematische Analyse aller betrieblichen Gefahrenquellen vor. Hierzu zählen sowohl natürliche Ereignisse wie Extremwetterlagen oder Erdbeben als auch Ursachen, die von der Technik und Umgebung des Betriebs als auch vom Verhalten einzelner Mitarbeiter oder von Externen herrühren können. Um den betrieblichen Schaden bestmöglich zu begrenzen, wird in die Notfallplanung auch eine so genannte Ausfall- und Wiederanlaufplanung einbezogen. Diese ist insbesondere dann von hoher Bedeutung, wenn es sich um ein Unternehmen mit komplexer Betriebsstruktur bzw. komplexen Prozessabläufen handelt. Bei der Ausfallplanung wird eine Analyse und Bewertung möglicher Auswirkungen auf die betrieblichen Abläufe und den Schaden für die Produktion bzw. den Standort vorgenommen. Sie enthält dabei konkrete Maßnahmen zur Begrenzung des betriebswirtschaftlichen Schadens wie z.B. die Bereitstellung von Ersatzsystemen oder Alternativlösungen beim Ausfall kritischer Infrastrukturen. Die Wiederanlaufplanung soll ergänzend dazu aufzeigen, wie eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Produktionsabläufe erreicht werden kann.

Laut Marder sollte ein Notfallplan unter anderem folgende Dinge beinhalten: Planbare, präventive Maßnahmen, ein Notfallhandbuch mit Angaben zu Ansprechpartnern, kritischen Stoffen und deren Eigenschaften, Verantwortungsbereichen, Aufgaben und Ablaufplänen sowie Informationen zu Alarmierung, Meldekriterien und Meldewegen, der vorgesehenen Ablauforganisation und zur Krisenkommunikation. Für den Ernstfall sollte zudem ein Notfallteam bzw. ein Krisenstab zur Verfügung stehen. Die Bildung des Teams und seine genaue Zusammensetzung obliegen dem Anlagenbetreiber. Personen, die Teil des Teams sein können, sind zum Beispiel spezielle Fachkräfte, Kommunikationsverantwortliche für die Information der Medien bzw. der Öffentlichkeit sowie Vertreter des Betriebsrats. Zusätzlich sollten auch Personen im Team sein, die den Kontakt zu den Gefahrenabwehrkräften und den zuständigen Behörden halten oder dem Betrieb mit Expertenrat zur Seite stehen (Sachverständige), so Marder. Um effektiv arbeiten zu können, benötigt das Notfallteam Zugriff auf alle aktuellen betrieblichen Unterlagen und muss regelmäßig speziell geschult werden. Letzteres gilt insbesondere für Vertretungskräfte oder neue Mitarbeiter, die Aufgaben im Rahmen der Notfallplanung wahrnehmen sollen.

Gut vorbereitet im Ereignisfall

Die Phase der Intervention befasst sich mit Maßnahmen im Ereignisfall. Entscheidend für diesen Teil des Notfallplans sei es, dass zuvor definierte Vorgaben intern tatsächlich greifen, erklärte Hubert Marder. Wichtige Handlungen bei der Intervention sind beispielsweise die interne und externe Alarmierung unter Einhaltung der Meldewege, die Bewertung der Notfallsituation, die Überwachung und Kontrolle der Maßnahmenumsetzung sowie die Kommunikation der Maßnahmen nach innen und außen.

Regelmäßige Anpassung wichtig

Abschließend unterstrich Marder, dass eine qualifizierte Notfallplanung regelmäßige Fortschreibung bzw. Anpassung und Optimierung erfordert (Postvention). Verschiedene Anlässe können eine solche fördern. So ist davon auszugehen, dass eine Anpassung stets bei wesentlichen Änderungen an den betrieblichen Abläufen erfolgen sollte. Als Beispiel nannte Marder Änderungen an Arbeiten und Prozessen und damit an Gefahrenabläufen, Änderungen der Art und Menge gehandhabter Stoffe oder personelle und/oder organisatorische Änderungen. Im Hinblick auf Anpassungen der Notfallplanung sei ein Austausch mit den zuständigen Gefahrenabwehrkräften, mit den Sonderordnungsbehörden und dem Versicherer besonders empfehlenswert, riet der Experte. So könnten etwa Übungen und Begehungen mit der Feuerwehr deren Ortskenntnisse am Betrieb festigen und damit ein gezieltes Vorgehen im Ereignisfall ermöglichen.

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